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Geschichte der Gemeinde Schmitten

In dem Namen "Schmitten" ist der älteste Erwerbs- und Industriezweig des Hochtaunus bewahrt: Die Schmiede! Name und Ort Schmitten tauchen verhältnismäßig spät auf. 1399 wurde eine Waldschmiede erwähnt, 1484 und 1595 ist schon eine kleine Siedlung um die Schmiede zu vermuten. Diese Waldschmiede deutet auf eine wichtige Tätigkeit der Frühbewohner hin, deren Spuren man bis heute anschaulich verfolgen kann. Die Erzgewinnung im oberen Weiltal wurde schon in karolingischer Zeit betrieben. Die Schmiedeplätze lagen in den Wäldern. Man benötigte, um das Eisen aus dem Gestein herauszubringen, die Holzkohle. Herstellung der Holzkohle war der Beruf der Köhler, die in den Wäldern ihre Meiler einrichteten. Wer die Wälder durchstreift, trifft auf verebnete runde Plätze, die einen Durchmesser von 10 bis 12 Metern haben, mit unter dem Lauf offen zutage tretenden Resten von Holzkohle und Schlacke. Einen solchen Hang findet man am Westabhang des Fauleberges. Geht man den Fahrweg zur Akademie von der Kanonenstraße aus aufwärts bis zur ersten Biegung, dann den ersten Waldweg nach dem Bach hinauf einige hundert Meter, so entdeckt man rechter Hand im Wald dicht am Bach einen solchen Schlackenplatz.

 

Im 16. Jahrhundert verlegten die Schmiede ihre Arbeitsstätten in die Täler und an die Flüsse, um so die Wasserkraft für sich arbeiten zu lassen. Die Köhler versahen weiter ihre Arbeit in den Wäldern. Den Namen "Waldschmiede" behielten die Betriebe bei.

 

In jenen Zeiten wird auch die Hattsteiner Schmiede, Vorläufer des heutigen Schmitten, entstanden sein. Vielleicht ist jener Platz im Wald der Ort der ersten Schmittener Schmiede, die dann später dort errichtet wurde, wo heute die Apotheke steht. Wir finden dort noch Schlacken im Boden, Zeugen einer alten Schmiede am Bach. So heißt es noch heute im Volksmund: "Ich geh uff die Schmitt". "Hattsteiner Schmitt" und "uff der Schmitt" sind Ortsbezeichnungen im Arnoldshainer Kirchenbund von 1670.

 

Der Aufstieg Schmittens als Ort begann nach der Zerstörung des 30-jährigen Krieges. Schmitten war verlassen und verödet. Philipp Ludwig von Reifenberg veranlaßte, daß 1654 ein Inventarium "uff der Schmitten" aufgenommen wurde und bestimmte den Schmiedemeister Humbert, die Schmiede wieder zu errichten. Dieser Humbert, der auch im Kirchenbuch als Himbergeroder Himberg aufgeführt ist, muß ein Franzose gewesen sein. Der Reifenberger hatte mehrere Franzosen an seinen Hof geholt, so auch Jean Rosay in Schmitten und seit 1675 Batholome Estienne in Arnoldshain, der später erster Schultheiß wurde.

 

1659 erhielt Meister Abraham Humbert seinen Hammer und die Eisenschmiede neben zwei Häusern und Ställen abgabefrei. 1663 wurde sein Sohn Jakob Humbert zum Hüttenmeister, Aufseher und Gouverneur des ganzen Hüttenwerks über Hammerschmiede, Holzhauer, Köhler und Fuhrknechte. Tobias Bulman wurde zum Hammerschmied ernannt. Zwischen 1654 und 1667 ist aus Schmitten ein Dorf geworden. 1710 zählte man 18 Haushaltungen.

 

Erst mit dem Aufkommen der Fahrräder war es für viele Arbeitnehmer möglich, außerhalb, besonders in Oberursel, Arbeit zu finden. 1883 kam der praktische Arzt Dr. Wiegner nach Schmitten. Er erkannte die klimatische Eignung Schmittens als Luftkurort und warb dafür in Vorträgen. Im gleichen Jahr gründete er zusammen mit anderen interessierten Bürgern den Kurverein. Der große Aufschwung begann und bestimmt noch heute die Struktur des Ortes. Die Schmittener wurden vor Verarmung bewahrt.

 

Das Dorfbild wird geprägt von der katholischen Pfarrkirche, die 1892-95 in der Ortsmitte auf steilem Fels erbaut wurde. Der letzte Bürgermeister vor der Fusion der Gemeinde mit weiteren acht Orten am 1.8.1972 war Otto Störkel.

 

1816 wünschte sich die Gemeinde im Siegel einen Wald oder ein Schloß. Beides wurde berücksichtigt in der Ausführung: Zwischen zwei Tannen in Mittelbau und Ecktürmen dreigeteiltes Schloß mit Spitzdächern. Die Gemeinde bezieht das Bild auf die Burg Hattstein, den Stammsitz der einstigen Eigentümer der Waldschmiede. Dieses Siegel berücksichtigt die Farben der Herren von Hattstein, silber-rot: Auf rotem Grund schwarzer Boden, zwischen zwei Tannen eine silberne Burg mit goldenen Dächern und rotem Tor.

 

Schmitten wurde am 29.3.1977 durch Anerkennungsurkunde des Hessischen Sozialministers das Prädikat "Luftkurort" zuerkannt.